Archiv für Februar 2009

Cluster – die neue Etappe des Kapitalismus

Buchvorstellung und Diskussion lokaler Phänomene mit Detlef Hartmann.
Sonntag, 01. März 2009, 12h-18h
im NaturfreundInnenhaus Kalk

Aus der Reihe „Kalk und die Welt am Sonntag Nachmitag: Kapitalismus, Subjekte, Widerstand.“ – präsentiert von SOMOST Kalk.

Ab 2,50 Euro Spende nach Selbsteinschätzung, inklusive Essen und Kaffepausen.

In ihrem Buch „Cluster“ beschreiben Detlef Hartmann und Gerald Geppert, wie sich nach dem Ende des Fordismus ein neues kapitalistisches Paradigma herausbildet, dessen Zugriff auf die Subjekte total ist. „Selbsteinspeisung“; „Selbstaktivierung“, „Pullmanagement“ sind die Konzepte, mit deren Hilfe die der Herrschaft des Kapitals ausgelieferten Subjekte noch effizienter ausgebeutet werden sollen – bis zur völligen Selbstaufgabe. Der Gegensatz hierzu wäre im fordistischen „Push“ oder „Befehlsmanagement“ zu finden. Die Agenten dieses Paradigmenwechsels, welcher in den Strategiepapieren enstprechender ThinkTanks auf mehrere Jahrzehnte angelegt ist, heißen McKinsey, Bertelsmann, Boston Consulting, Accenture, etc. Durch ihre Beratungstätigkeit in Wirtschaft und Politik und ihren „Public-PrivatePartnership“ Programmen hat das Cluster Konzept die Diskurshoheit gewonnen und wird kaum mehr in Frage gestellt. Dabei handelt es sich nicht um eine Verschwörungstheorie sondern um erfolgreiche Unternehmensberatung im Auftrag der Profitmaximierung.
In Kalk lassen sich auch bereits diverse „Projekte“ im Stile und mit Unterstützung der Cluster-Ideologen ausmachen: „Kalk gestalten“ ist eine klassische Bürgerstiftung im Sinne Bertelsmanns, Housing Improvement Management auf der Taunusstrasse ein entsprechendes Projekt, um nur zwei Beispiele zu geben.
Nachdem Detlef Hartmann die zentralen Thesen des Buchs vorgestellt hat, wollen wir über lokale Auswirkungen aufklären und diskutieren. Außerdem beschäftigt uns die Frage, wie Widerstand dagegen aussehen kann, bzw. ob nicht bereits (unpolitischer?) Widerstand dagegen geleistet wird. Außerdem gälte es, diese Analyse vor dem Kontext der sich entfaltenden Wirtschaftskrise zu betrachten.