Archiv für November 2009

Religionskritik am Nikolaustag: Kritik der Esoterik

Sonntag, 06.12. 19h
Angesichts einer Renaissance religiöser Bewegungen weltweit liegt es nahe, die bisher verwendeten Argumentationsmuster der Religionskritik Revue passieren zu lassen und nachzufragen, ob sie für das 21. Jahrhundert unverändert taugen.
Manuel Kellner stellt sein komplett neu überarbeitetes Buch „Kritik der Religion und der Esoterik“ aus der Reihe „theorie.org“ des Schmetterling Verlages vor.
Veranstalter_innen: Naturfreund_innen Kalk

„Diesen Menschen hat man mir totgeschlagen“

Donnerstag, 26.11., 19h

Gedenken an den Kalker SAP Aktivisten Gottfried Ballin.

Gottfried Ballin gehörte zur SAP, die auch in Köln Widerstand gegen Hitler zu organisieren
versuchte.1934 flog die Widerstandsgruppe auf, alle männlichen Mitglieder wurden verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Gottfried wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Jahren wurde Gottfried nicht aus der Haft entlassen, sondern – er war Jude – ins Konzentrationslager gebracht. 1942 wurde er in Auschwitz ermordet. Die Briefe, die er aus der Haft an seine Mutter und an seine Geliebte Helene Sälzer schrieb, haben der Kalker Historiker Fritz Bilz und seine Frau Brigitte Bilz 1999 unter dem oben genannten Titel herausgebracht.
Wir lesen Passagen aus dem Buch, dazu gibt es Bilder der Kalker Künstlerin Lena und Musik von Prof. Igor Epstein, Klezmer Akademie Köln und Essen.
Veranstalter_innen: Naturfreund_innen Kalk

16 Thesen zum Scheitern der Linken am Tod.

Mehr Fragen als Antworten und einige Widersprüche.

1. Solange die Linke die Menschen mit dem Tod alleine lässt, kann sie niemals hegemonial sein. Dabei kommt es nicht darauf an, Antworten parat zu haben, sondern überhaupt etwas dazu zu sagen zu haben und zu erkennen, dass es um ein essentiell wichtiges Thema geht.

Den Rest des Textes findet ihr hier
.
Vorstellung der Thesen am TOTENSONNTAG, 22.11.2009, 16h Naturfreundehaus Kalk.

Veranstalter_innen: SOMOST
Wie immer mit Imbiss und Heißgetränken.

Gandhi, Marx, Mao und Ökologie – Indischer Widerstand gegen kapitalistische Globalisierung

Dienstag, 17.11., 20h, Naturfreundehaus Kalk.
Referent: Gerhard Klas, Rheinisches JournalistInnenbüro

Wenn heute von Indien die Rede ist, assoziieren nur noch wenige das Bild von einem Entwicklungsland. Längst ist vom „asiatischen Tiger“ die Rede, der Blick konzentriert sich auf Software- und Informatikspezialisten in den Großstädten, die neue, am westlichen Konsummodell orientierte Mittelschicht in Indien, den Tata-Konzern und seinen 2000-Euro-Kleinwagen „Nano“ und auf die Traumfabrik Bollywood. Betrachtet man die Wirtschaftsprognosen, wird Indien zwar wegen der Finanzkrise einen Wachstumseinbruch von 2-4 Prozent haben, steht aber mit sechs Prozent Wirtschaftswachstum im Vergleich zu den westlichen Industriestaaten statistisch betrachtet gut da. Für die Bevölkerungsmehrheit in Indien verheißt diese Entwicklung, die seit der Marktöffnung Anfang der 90er Jahre voranschreitet, allerdings nichts Gutes. Weder traditionelle Kleinunternehmer, noch die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes, noch die Mehrheit der Dalits, der sogenannten Unberührbaren, noch die Fischer profitieren. Vor allem den Kleinbauern, von denen es in Indien mehrere hundert Millionen gibt, erschwert die kapitalistische Globalisierung das Überleben oder treibt sie sogar in den Selbstmord. Dagegen regt sich Widerstand.
Gerhard Klas, Autor des Buches „Zwischen Verzweiflung und Widerstand – Indische Stimmen gegen die Globalisierung“ berichtet über einige Beispiele, Argumente und Motivationen.
Veranstalter_innen: Naturfreund_innen Kalk

Film: „The Corporation“

Samstag 14.11., 16h, Naturfreundehaus Kalk
Von Mark Achbar und Jennifer Abbott. Kanada 2003 OmU
Vierter Teil der Reihe: Verschwörung, Dämonisierung, Skandal – Falsche und verkürzte Kapitalismuskritik im Film.
Neben einem historischen Abriss der Geschichte der Rechtsformen von Kapitalgesellschaften geht es um die Machenschaften und Funktionsweisen moderner Großkonzerne. „Im Film werden die Handlungen und Verhaltensweisen von real existierenden Großunternehmen auf eine Art und Weise analysiert, als wären diese Menschen. Als Maßstab dienen dabei die DSM-IV-Richtlinien, die zur Beurteilung des psychischen Zustands einer Person dienen. (…) Die Filmemacher kommen zu dem Schluss, dass alle Kriterien für schwerste (menschliche) psychische Störungen auf die untersuchten Kapitalgesellschaften zutreffen“ (wikipedia).

Zur Reihe:
In vielen Dokumentarfilmen, die einen aufklärerischen Eigenanspruch haben, stecken gefährliche Gedankenmuster. Wir sehen uns in kritischer Absicht vier sehr unterschiedliche Filme an und diskutieren anschließend über inhaltliche Stärken und Schwächen der Filme und ihre intendierte und tatsächliche Rezeption. Wir wollen untersuchen, wie sich Denkmuster und Argumentationslinien ähneln und unterscheiden, welche inhaltlich korrekt sind und welche geradewegs in den Antisemitismus führen.
Nehmt Euch Zeit mit. Wir empfehlen, möglichst alle Termine wahrzunehmen, um eine Kontinuität der Diskussion zu erreichen.
Veranstalter_innen: Naturfreund_innen Kalk, Pyranha

09.11. Kein Vergeben – Kein Vergessen.

Den Opfern der Novemberpogrome gedenken. Den Lern- und Gedenkort Jawne erhalten. Die Allianz zur Verantwortung ziehen.

Gedenkkundgebung: Montag, 09.11.2009, 18h Offenbachplatz, Köln.
Im Anschluss Protestdemonstration an der Jawne vorbei zur Allianz.

www.kein-vergessen.tk
Kein Vergessen plakat
Aufruftext

Kein Vergeben-Kein Vergessen.

Die Pogrome des 9. November 1938 waren der Auftakt des Holocaust. In
ganz Deutschland verwüsteten Nazis und „normale Bürger“ jüdische
Geschäfte, Einrichtungen, Wohnungen und Synagogen. In Köln wurde
unter vielen anderen Gebäuden die Synagoge am Offenbachplatz
niedergebrannt.
Der erste Teil unserer Demonstration ist daher dem
Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome gewidmet. Dabei unterstützt
uns musikalisch die Klezmer Akademie Köln.

Den Lern- und Gedenkort Jawne erhalten.
In den Pogromen wurden auch die Gebäude in der St. Apernstraße, einem
Zentrum jüdischen Lebens, verwüstet. Darunter befand sich das einzige
jüdische Gymnasium im Rheinland, die Jawne; ihre Lehrer wurden in das KZ
Dachau verschleppt. Der damalige Direktor Erich Klibansky hatte bereits
vorher begonnen, die sog. „Kölner Kindertransporte“ nach England zu
organisieren und konnte so bis Juli 1939 130 seiner Schüler_innen
retten. 1100 Kinder wurden im Verlauf der weiteren Jahre auf dem
Schulhof der Jawne zusammengetrieben und in die Vernichtung deportiert.
An sie erinnert heute ein Gedenkbrunnen auf dem Erich Klibansky Platz,
am historischen Ort der Jawne in der heutigen Helenenstraße.
Dort befindet sich auch ein kleiner Lern- und Gedenkort, um an die
Geschichte der jüdischen Kölner Kinder zu erinnern. Diesem droht nun das
Aus.

Die Allianz zur Verantwortung ziehen.
Hat der Allianz-Konzern in den letzten Jahren die Räumlichkeiten für den
Lernort kostenlos in ihrem Gebäudekomplex an der Skt.-Apern-Straße zur
Verfügung gestellt, fordert sie nun eine Miete von 1.400,- Euro
monatlich. Alle bisherigen Proteste dagegen haben lediglich dazu
geführt, dass die Allianz eine Staffelung in zwei Jahren von 50% für
2010 und 75% für 2011 angeboten hat, um dann ab 2012 die volle Miete zu
verlangen.
Mit unserer Demonstration fordern wir die historische Verantwortung der
Allianz ein und verlangen die weitere kostenlose Bereitstellung der
Räumlichkeiten. Immerhin hat die Allianz nach den Novemberpogromen davon
profitiert, dass sie den Versicherungsverpflichtungen für die zerstörten
jüdischen Gebäude aufgrund eines Deals mit der NS-Regierung nicht
nachkommen musste. Dieser Verantwortung kann sich die Allianz auch nicht
dadurch entziehen, dass sie anführt, durch Einzelentschädigungen und
diverse Gedenkprojekte schon genug getan zu haben. Im Fall der Jawne
will die Allianz trotz ihrer Geschichte am Gedenken noch verdienen.
Das können und wollen wir nicht akzeptieren.
Bündnis Kein Vergessen/Initiative 9.11. Köln.

Film „Let’s make money“

Samstag 07.11., 16h
Von Erwin Wagenhofer. Österreich 2008;
Dritter Teil der Reihe „Verschwörung, Dämonisierung, Skandal – Falsche und verkürzte Kapitalismuskritik im Film.“
Der Titel sagt‘s und die ersten Bilder zeigen es: Es geht um Geld. Der Film „folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird“ (aus der Selbstbeschreibung).

Zur Reihe: In vielen Dokumentarfilmen, die einen aufklärerischen Eigenanspruch haben, stecken gefährliche Gedankenmuster. Wir sehen uns in kritischer Absicht vier sehr unterschiedliche Filme an und diskutieren anschließend über inhaltliche
Stärken und Schwächen der Filme und ihre intendierte und tatsächliche Rezeption. Wir wollen untersuchen, wie sich Denkmuster und Argumentationslinien ähneln und unterscheiden, welche inhaltlich korrekt sind und welche geradewegs in den Antisemitismus führen. Nehmt Euch Zeit mit. Wir empfehlen, möglichst alle Termine wahrzunehmen, um eine Kontinuität der Diskussion zu erreichen.

Ort: Naturfreund_innenhaus Kalk
Veranstalter_innen: Naturfreund_innen Kalk, Pyranha,