Archiv für Oktober 2010

Lucio — Anarchist, Bankräuber, Fälscher, Maurer.

Baustelle Revolution –
Veranstaltung mit Lucio Urtubia.

Dienstag, 19. Oktober, 19:30 Uhr
im Naturfreundehaus Köln-Kalk

In Zusammenarbeit mit dem Jugendclub Courage e.V.
Eintritt frei

Lucio war aktiv im militanten Widerstand gegen die Franco-Diktatur und hat Banken überfallen. Er hat Che Guevara getroffen und den Mai 1968 in Paris erlebt. In seinen Fälscherwerkstätten wurden für GenossInnen und Verfolgte Papiere aller möglichen Länder gedruckt. Opfer seines größten Coups war die Citibank. Lucio und seine Freunde druckten zentnerweise deren Travellerschecks nach und erbeuteten damit Millionen für den internationalen Widerstand. Die Fälschungen tauchten auf der ganzen Welt auf und waren so gut, dass sie in den Filialen nicht erkannt werden konnten. Lucio wurde 1980 mit einem Koffer voll gefälschter Schecks verhaftet. Aber obwohl er im Knast saß, tauchten weiterhin überall die Fälschungen auf. Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, sah sich die Citibank schließlich gezwungen, mit dem Arbeiter und Anarchisten zu verhandeln und auf seine Bedingungen einzugehen: Sie verzichtete auf die Strafverfolgung und zahlte noch einmal eine ordentliche Summe – im Gegenzug übergab ihnen Lucio die Druckplatten.

Während er die Bewegungen mit Papieren und Geld versorgte, verdiente Lucio den eigenen Lebensunterhalt mit seiner Arbeit als Maurer und Fliesenleger. Jeden Morgen erschien er pünktlich auf der Baustelle. Nur wenige wussten von seinen nächtlichen Aktivitäten. Erst im Ruhestandsalter brach er sein Schweigen. 2007 erschien im Baskenland ein Film über ihn:

Lucio – Anarchist, Bankräuber, Fälscher, aber vor allem … Maurer.
von Jose Mari Goenaga und Aitor Arregi (sp./fr. mit dt.UT, 93 min)

2008 erschien im baskischen Verlag Txalaparta seine Autobiografie, die jetzt auch in deutscher Übersetzung vorliegt:
Lucio Urtubia
Baustelle Revolution – Erinnerungen eines Anarchisten.
Aus dem Spanischen von Alix Arnold und Gabriele Schwab.
Assoziation A, Berlin / Hamburg 2010.
ISBN 978-3-935936-84-2 | 256 Seiten | 19.80 €
www. assoziation-a.de

Bei der Veranstaltung werden Ausschnitte aus dem Film gezeigt.

Ökosozialismus – das geht!

Donnerstag, 14. Oktober, 20 Uhr
Referent: Klaus Engert

Schon lange ist bekannt, dass ein grundlegender Wandel in der Umweltpolitik nötig ist, geschehen ist bisher nichts. Da Kapitalismus und Nachhaltigkeit nicht miteinander vereinbar sind, stellt Klaus Engert – Autor des Buches „Ökosozialismus – das geht!“ – das ökosozialistische Konzept als Alternative vor.

Ort: Naturfreundehaus Kalk, Kapellenstr. 9, Köln-Kalk

Eine Veranstaltung der NaturfreundInnen Köln-Kalk

SOMOST unterstützt Kampagne „Castor schottern!“

Castor schottern