Das Denken der Macht aufgeben…

„Viele der politischen Bewegungen, die in der westlichen Kultur entstanden sind, haben versucht, dem Kapitalismus von der politischen Macht her den Garaus zu machen.
Wir machen uns jedoch im Allgemeinen nicht klar, dass der Kapitalismus kein Ding ist (Geld oder materielle Güter). Er ist uns nicht äußerlich, sondern vielmehr eine Art, Beziehungen herzustellen, die tief in uns verwurzelt ist, unabhängig davon, welche Absichten wir verfolgen und wieviele Reichtümer wir besitzen. Deshalb fällt es uns im täglichen Handeln so schwer, nicht die gleichen, von der Kapitalsllogik aufgedrängten Beziehungen privater Aneignung zu reproduzieren, die Grundlage des Handelns im Kapitalismus sind.
Zwischen der politischen Macht in der westlichen Kultur und dem Kapitalismus besteht ein enger und stimmiger Zusammenhang, denn hinter beiden steht dieselbe emotionale Grundlage. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass unsere Versuche, den Kapitalismus von der Macht her umzuwälzen, doch wieder die gleiche Art von Beziehungen hervorbringen, nur eben in neuem Gewand.“
Cecosesola, Auf dem Weg, S 76.