„Ich hoffe ihr habt begriffen, dass der puritanische Eifer eine Art und Weise ist, sich an wirklich revolutionärer Tat zu hindern.“

- Pier Paolo Pasolini, Die KPI an die Jugend!
Umstrittenes Gedicht, gerichtet an die Linken anlässlich einer Straßenschlacht in Rom 1968. Wer die Geduld aufbringt, genau hinzuschauen, wird viel Wahres und Aktuelles darin finden, angesichts des Zustands linksradikaler Kreise heute;
Pasolinis Position ist natürlich trotzdem falsch.

Update: Auf Grund mehrerer Nachfragen: Hier ein erläuternder Kommentar. Das Gedicht in voller Länge auf deutsch finde ich gerade nicht.
Es geht darum, dass die Kritik Pasolinis an den Student_innen, die die Kinder des Bürgertums, nicht aber der Unterklasse sind, noch heute sehr aktuell ist. Gleichzeitig ist es natürlich albern, die Prollkinder zu verherrlichen und zu verteidigen, wenn sie Bullen werden. Das ist gemeint mit falscher Position.
Der angesprochene puritanische Eifer ist damals wie heute festzustellen in einer bürgerlich-akademischen Linken. Die Art, wie versucht wird, die Widersprüche auszumerzen, das unkonforme Verhalten der Menschen in den Griff zu kriegen, die 100% richtige Sprache zu finden, das perfekte Verhalten etc. Wer sich nicht dran hält wird komisch beäugt, gemaßregelt, belehrt, nach seiner Schuld und Einsicht befragt und irgendwann rausgeschmissen. Das ist puritanischer Eifer und keine revolutionäre Politik.