Archiv für März 2014

So unglaublich schwer, in dieser Welt gegen die Arschlöcher zu bestehen

Kommentar zur abgesagten Zwangsversteigerung der R12:

Die zerstrittenen Geschwister Siep haben also das Haus Roberstrasse 12, um das die Bewohner_innen wochenlang gekämpft haben, hinter deren Rücken an wen anderes verkauft und so die Zwangsversteigerung abgewendet.

Ich suche einen Grund. Einen einzigen Grund, warum sie es nicht der R12 verkauft haben, die alles vorbereitet hatten das Haus über das Mietshäusersyndikat zu kaufen, einen einzigen Grund, der nichts mit eklatanten charakterlichen Mängeln zu tun hat. Sie haben ja nicht mal versucht, mit den Bewohner_innen über einen Preis zu verhandeln.

Es ist widerwärtig. Sie sind noch im Verkauf des Hauses das, was sie vorher waren: Vermieter_innen, denen Haus und Bewohner_innen am Arsch vorbeigehen. Jahrelang haben sie es verfallen lassen, die Mieter_innen haben es selber repariert und die Bewohnbarkeit erhalten. Jetzt halten sie sie hin und verticken es dann mies hinterrücks an wen anderes. Dafür gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Das ist einfach nur widerwärtig. Eine Handlung, derer tausende jeden Tag diese Welt so unerträglich macht, eine Handlung, die eine daran zweifeln lässt, ob man dieser Menschheit eigentlich was anderes als die Pest an den Hals wünschen soll. Wenn freundliches Verhalten so einfach ist und ohne finanzielle Einbuße möglich wäre, und man hintergeht seine Mitmenschen dennoch und macht ihnen das Leben schwer, so wie Herr und Frau Siep das nun getan haben, dann bleibt die Erklärung nur noch im charakterlichen Vollversagen der beiden.
Möge das Geld aus dem Verkauf ihnen das Leben zur Hölle machen.

R12 bleibt – Kundgebung gegen Investorenbesichtigung

Am Montag, 17. März um 18h wollen sich die Investoren, die am 26. bei der Zwangsversteigerung mitbieten wollen, das Haus Roberstrasse 12 anschauen. Recht auf Stadt organisiert eine Kundgebung vor dem Haus. Die Bewohner_innen wünschen sich solidarische Unterstützung.

Montag 17.03, 17h, Roberstrasse, nähe KalkPost.

Randnotiz: laut Webseite von Recht auf Stadt ist die Zwangsräumung von Kalle im Agnesviertel mittlerweile auf Mitte April verschoben.

regressive postmoderne Linke


… radikale Vereinzelung, quasireligiös motivierte Selbstbeschränkung in der Wahl von Mitteln und Zielen, Pflege des guten Gewissens statt der guten Sache.

Leo Fischer kritisiert in der Konkret 3/2014 Regression bei Tierrechts-aktivist_innen; Ähnlichkeiten mit anderen Szenen sind offensichtlich und symptomatisch.

R 12 is here to stay

Kölner Stadtanzeiger von heute:

Hausgemeinschaft wehrt sich

Die Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Robertstraße 12 in Köln-Kalk sollen ausziehen. Ihr Zuhause soll zwangsversteigert werden. Jetzt wollen sie das Gebäude selbst kaufen und dem Kölner Immobilienmarkt dauerhaft entziehen.

Die Seite der Hausgemeinschaft: Roberstrasse12

Moralapostel vs Turbokapitalisten

Der ehemalige Turbokapitalist Max Höfer findet jetzt den Kapitalismus doof und hat darüber ein Buch geschrieben. In einem Interview findet er auch gar nicht so falsche Worte zu linken Moralapostel_innen:

Moralistische Konsumkritiker sind den Turbokapitalisten oftmals sehr ähnlich: beide fordern eine Steigerung, hier mehr Wachstum, dort mehr Moral. Gerade die Anhänger einer politischen Korrektheit sind vom selben Gedanken an eine perfekte Gesellschaft ergriffen, die ständig optimiert werden muss. (…)
Ökomoralisten wollen uns mit einem Dauerschuldgefühl zermürben. Dabei sind sie sehr puritanisch: Das Unkontrollierte, das Nutzlose, die Zeitverschwendung, die reine Begierde – das ist ihnen alles sehr verdächtig.

Gilt nicht nur für Ökos und Konsumkritiker_innen. Thinking of Total Awareness Control…

aus:
Herr Höfer, wann haben Sie gemerkt, dass der Kapitalismus keinen Spaß mehr macht?
Wie die Finanzkrise für einen ehemaligen Capital-Redakteur und INSM-Geschäftsführer zum Damaskuserlebnis wurde und was er heute denkt. Max Höfer war leitender Redakteur des Wirtschaftsmagazin Capital und Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

nächstes BI Kalkberg-treffen

das nächste BI-Treffen findet am kommenden Dienstag, 11. März, um 18.30 in der Kulisse, Kalk-Mülheimer Str. 58, statt. Es geht im Wesentlichen um die Aufbereitung der Workshopergebnisse vom Februar für die Präsentation beim Grünflächenamt am 17. März.

Im Übrigen hat die Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung beim Ankauf des Kalkbergs durch die Stadt Köln wieder aufgenommen.