Nebenher...

Solange die Verwertungslogik die alles entscheidende Prozessdynamik bleibt, verliert das Menschliche seine Möglichkeit und steuert lediglich auf den Tod zu.

Robert Kurz zusammengefasst von Gregor Katzenberg in der Jungle World Nr. 30, 26. Juli 2012.

regressive postmoderne Linke


… radikale Vereinzelung, quasireligiös motivierte Selbstbeschränkung in der Wahl von Mitteln und Zielen, Pflege des guten Gewissens statt der guten Sache.

Leo Fischer kritisiert in der Konkret 3/2014 Regression bei Tierrechts-aktivist_innen; Ähnlichkeiten mit anderen Szenen sind offensichtlich und symptomatisch.

Moralapostel vs Turbokapitalisten

Der ehemalige Turbokapitalist Max Höfer findet jetzt den Kapitalismus doof und hat darüber ein Buch geschrieben. In einem Interview findet er auch gar nicht so falsche Worte zu linken Moralapostel_innen:

Moralistische Konsumkritiker sind den Turbokapitalisten oftmals sehr ähnlich: beide fordern eine Steigerung, hier mehr Wachstum, dort mehr Moral. Gerade die Anhänger einer politischen Korrektheit sind vom selben Gedanken an eine perfekte Gesellschaft ergriffen, die ständig optimiert werden muss. (…)
Ökomoralisten wollen uns mit einem Dauerschuldgefühl zermürben. Dabei sind sie sehr puritanisch: Das Unkontrollierte, das Nutzlose, die Zeitverschwendung, die reine Begierde – das ist ihnen alles sehr verdächtig.

Gilt nicht nur für Ökos und Konsumkritiker_innen. Thinking of Total Awareness Control…

aus:
Herr Höfer, wann haben Sie gemerkt, dass der Kapitalismus keinen Spaß mehr macht?
Wie die Finanzkrise für einen ehemaligen Capital-Redakteur und INSM-Geschäftsführer zum Damaskuserlebnis wurde und was er heute denkt. Max Höfer war leitender Redakteur des Wirtschaftsmagazin Capital und Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Workshop: Kalkberg für Alle

Die BI Kalkberg lädt ein zum

    Workshop: Kalkberg für Alle

Kalkberg by night

Auch wenn auf dem Kalkberg der Hubschrauberplatz gebaut sein wird, gibt es noch viel Platz auf dem Berg für uns, die Menschen aus Köln. Der Kalkberg muss öffentlich werden! Was bedeutet das für seine Gestaltung? Gemeinsam mit Euch und Ihnen wollen wir uns einen Nachmittag lang Zeit nehmen, die vielen Ideen, die im Laufe von 40 Jahren zu diesem großartigen Ort entwickelt wurden, zu sichten, uns von ihnen inspirieren zu lassen und Neues zu erarbeiten.

    Samstag, 8. Februar von 14 bis 18h im Raum Ganz schön Kalk, Kalk-Mülheimer Str. 61

Im Vorlauf des Workshops findet ab 13h eine Führung rund um den Kalkberg statt. Der Treffpunkt hierfür ist am Verkehrskreisel Kalk-Mülheimer Str./Istanbulstr.

Alle Ideen werden an einem riesigen, aus Ton geformten Kalkbergmodell visualisiert!

Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Spenden sind willkommen.

Hier das Programm: Kalkberg Workshop

alles gesagt…

Meredith Haaf nimmt in der Süddeutschen Alice Schwarzer’s Position auseinander.

„Wir wollen nichts gegen andere, sondern alles nur für alle erkämpfen.“

– Sonka: Terrhan oder der Traum von meiner Erde

Konkret: Repression für alle!

“ Wenn nicht Rechte erkämpft, sondern Privilegien gestrichen werden sollen, ist das Eichmaß des gesellschaftlichen Fortschritts nicht gewonnene Freiheit, sondern möglichst gleichmäßig verteilte Repression.“

Aus: Konkret 11/13, Leo Fischer: Repression für alle

„Ich hoffe ihr habt begriffen, dass der puritanische Eifer eine Art und Weise ist, sich an wirklich revolutionärer Tat zu hindern.“

- Pier Paolo Pasolini, Die KPI an die Jugend!
Umstrittenes Gedicht, gerichtet an die Linken anlässlich einer Straßenschlacht in Rom 1968. Wer die Geduld aufbringt, genau hinzuschauen, wird viel Wahres und Aktuelles darin finden, angesichts des Zustands linksradikaler Kreise heute;
Pasolinis Position ist natürlich trotzdem falsch.

Update: Auf Grund mehrerer Nachfragen: Hier ein erläuternder Kommentar. Das Gedicht in voller Länge auf deutsch finde ich gerade nicht.
Es geht darum, dass die Kritik Pasolinis an den Student_innen, die die Kinder des Bürgertums, nicht aber der Unterklasse sind, noch heute sehr aktuell ist. Gleichzeitig ist es natürlich albern, die Prollkinder zu verherrlichen und zu verteidigen, wenn sie Bullen werden. Das ist gemeint mit falscher Position.
Der angesprochene puritanische Eifer ist damals wie heute festzustellen in einer bürgerlich-akademischen Linken. Die Art, wie versucht wird, die Widersprüche auszumerzen, das unkonforme Verhalten der Menschen in den Griff zu kriegen, die 100% richtige Sprache zu finden, das perfekte Verhalten etc. Wer sich nicht dran hält wird komisch beäugt, gemaßregelt, belehrt, nach seiner Schuld und Einsicht befragt und irgendwann rausgeschmissen. Das ist puritanischer Eifer und keine revolutionäre Politik.

Das Denken der Macht aufgeben…

„Viele der politischen Bewegungen, die in der westlichen Kultur entstanden sind, haben versucht, dem Kapitalismus von der politischen Macht her den Garaus zu machen.
Wir machen uns jedoch im Allgemeinen nicht klar, dass der Kapitalismus kein Ding ist (Geld oder materielle Güter). Er ist uns nicht äußerlich, sondern vielmehr eine Art, Beziehungen herzustellen, die tief in uns verwurzelt ist, unabhängig davon, welche Absichten wir verfolgen und wieviele Reichtümer wir besitzen. Deshalb fällt es uns im täglichen Handeln so schwer, nicht die gleichen, von der Kapitalsllogik aufgedrängten Beziehungen privater Aneignung zu reproduzieren, die Grundlage des Handelns im Kapitalismus sind.
Zwischen der politischen Macht in der westlichen Kultur und dem Kapitalismus besteht ein enger und stimmiger Zusammenhang, denn hinter beiden steht dieselbe emotionale Grundlage. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass unsere Versuche, den Kapitalismus von der Macht her umzuwälzen, doch wieder die gleiche Art von Beziehungen hervorbringen, nur eben in neuem Gewand.“
Cecosesola, Auf dem Weg, S 76.

Es ist ein Grünstreifen!

Bestens auf die Integration in eine Grünfläche vorbereitet und sozial wesentlich besser nutzbar: Das AZ in neuem Gewand.