Archiv der Kategorie 'Stadtteilpolitik'

Die Kalker Berge für die Öffentlichkeit verloren ??

Vorab-Info: Mittwoch, den 16. April um 18h werden wir die aktuellen und voraussichtlichen zukünftigen grünen Mitglieder der Bezirksvertretung Kalk auf den Kalkberg führen um mit ihnen gemeinsam zu überlegen, wie der Kalkberg zu einem öffentlich zugänglichen Ort werden kann, auch ohne dass er unter die Obhut des Grünflächenamts fällt.
Wir freuen uns jedenfalls über jeden und jede, die erscheinen und die Bezirksvertretungsmitglieder nicht nur von der Richtigkeit, sondern auch von der Wichtigkeit eines „öffentlichen“ Kalkbergs überzeugen helfen.
Wichtig: Feste Schuhe oder Gummistiefel anziehen!

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Kalkberg – wo ist der denn? Immer noch wissen doch tatsächlich Menschen unter uns nicht, wo der Kalkberg und seine kleine Schwester liegt.

Sie liegen zwischen Buchforst und Kalk an der Kalk-Mülheimer Straße am Kreisel gegenüber von einem bekannten Musikalienhersteller.

Der Kalkberg war meine große Liebe aus Industriemüll.

Für alle, die ihn auch kannten und belebt haben, war er eine geheimnisvolle Oase mitten in unserer Stadt. Ein Berg, der Weite, Wildheit und Gemeinschaft symbolisierte.

Das phantastische Köln-Panorama und gleichzeitig das Naturerleben in einem Wildpark:

Turmfalken auf Mäusejagd, Sternschnuppennächte, Hummelflug, duftende Sommerwiese, Mauersegler Kopf an Kopf zum Mensch, Lagerfeuer, scheinbar am Ende der Welt

Seit Ende 2013 baut die Stadt Köln eine Hubschrauberbasisstation (Bauende Dezember 2014) auf der ehemaligen Deponie der Chemischen Fabrik Kalk (CFK) und an die oben beschriebene Romantik erinnert im Moment nichts mehr. Ein heftiger Natozaun, der den Berg vor uns gefährlichen Kritikern der Basisstation schützt, wurde für den Berg gebaut. Dann wird der Berg gerade ummodeliert und verändert: seine Form ist nun völlig defomiert.

Die Stadt Köln gemeinsam mit der Kölner Feuerwehr hat der Stadt und ihren BewohnerInnen einen eigenen Landschaftstyp „Kalkberg“ geraubt. Darüber hinaus bedeutet diese Hubschrauberstation für die rund 26.000 Menschen, die im Umkreis des Berges leben, unzumutbaren täglichen Lärm. Ich habe selber Alternativ Standorte für den Kalkberg besucht und empört festgestellt, dass nördlich von Niehl, wo einer der alternativen Standorte für die Basisstation gewesen wäre, überhaupt kein Mensch lebt und Platz gewesen wäre. Der Luftsportclub Leverkusen (LSC) hat im April 2013 seinen Flugplatz Kurtekotten als Alternativstandort erfolglos angeboten. Dieses weitgehend als Segelflugplatz und Startbahn für kleine Motorflugzeuge genutzte Areal hätte direkt an der Grenze zu Leverkusen, aber zum größten Teil auf Kölner Stadtgebiet gelegen. Das Angebot wurde der Stadt Köln zu spät unterbreitet, der Kalkberg hatte bereits gerufen.

Uns, der Initiative Kalkberg, ist es in den letzten zwei Jahren durch einige Spektakuläre Aktionen gelungen, auf die Einzigartigkeit des Berges aufmerksam zu machen. Ich erinnere nur in Stichworten an die Riesenbuchstaben Kalkberg.org, die man vom Autobahnzubringer lesen konnte, unserer Pferdeaktion: „Hilfe, ein Pferd läuft durch Kalk auf den Berg“ – ein weißer Schimmel galoppierte von Kalk Post auf den Berg und alle Kinder durften sich auf ihm photographieren lassen, Aufstellung der Panorama Tafeln und „der längste Desch auf dem Berg“. Unsere lustige, laute, skurille Parade mit Kwaggawerk bei strömendem Regen und die Kundgebung mit viel Musik und Spaß unter der Brücke. Das Theater Utopia Kalk von den Rheinischen Rebellen, die das Herz von Utopia Kalk auf unseren kleinen Berg gelegt haben und die Kalkberg Kneipen bis zum frühen nächsten Morgen mit tiefgründigen und nichtigen Gesprächen und vielen Begegnungen am Lagerfeuer. Unser letztes Aufbäumen auf dem noch unhingerichteten Berg: das Kalkberg Camp.

Mit all diesen Aktionen ist es uns gelungen auf den Berg aufmerksam zu machen und auf dem Kalkberg haben viele tolle Menschen unvergessliche Erlebnisse gehabt.

Dann möchte ich an den einzigartigen Film von Rami Hamze erinnern, der unseren Berg in den Film-Focus gerückt hat. Wir haben durch den Film“ Der große Demokrator“ zwar kein Geld für unser Kalkberg Karussel bekommen, aber viel Sympathie und Bilder von unserem Berg in einem vielbeachteten und oft gesehenen Film.

Durch unsere positiven Aktionen hat die Stadt Köln dem Druck der „Kalkberger“ nachgegeben und als Reaktion auf unsere Stimme den Kalker Landschaftsarchitekten Matthias Lill mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die zum Ergebnis hatte, dass der Berg zugänglich sein kann, auch wenn der Hubschrauber dort oben fliegt. Die in der Studie vorgeschlagene Aussichtsplattform (600.000,-) wurde vom Rat jedoch als vorläufig nicht finanzierbar abgelehnt bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wir von der Bürgerinitative haben viel günstigere Ideen und Vorschläge, was man mit dem Rest-Kalkberg und auch seiner kleinen Schwester, dem kleinen Kalkberg machen kann. Abenteuerspielplatz, Aufenthaltsort für die Städter, Rutsche, Radweg-Verbindung zwischen den Bergen, Wildpark und unser handbetriebenes Karussel auf dem Berg……

Im Moment interessiert sich kein Amt der Stadt für die Nutzung des Berges. Er wird nach der Fertigstellung der Basisstation in die Hände des Liegenschaftsamtes gelegt und das Amt hat keine Pläne mit dem Berg. Damit der Berg ein öffentlicher Raum wird, muß die Politik den Anstoß geben und wir werden am Ball bleiben.

Es ist unglaublich, dass sich bereits seit einem halben Menschenleben, nämlich seit den frühen siebziger Jahren, Menschen für die Öffentlichmachung der Berge einsetzen und es nie geschafft haben. Als wenn es darum ging, einen neuen Planeten zu „bewohnen“. Wir müssen befürchten, dass die schützende Hand der Nannystadt uns vor den Gefahren des Berges verschonen möchte und der Zaun bleibt. Dem möchten wir entgegensetzen, dass wir durch die Begehbarmachung der Berge Lebensqualität gewinnen und glücklichere Kalker und Kölner sein werden.

Wir von der Bürgerinitiative Kalkberg werden die Stadt Köln weiterhin an ihr Versprechen erinnern, dass der Kalkberg ein Öffentlicher Raum wird. Auch wenn ein schöner Teil des Berges mit Blick nach Westen auf den Dom nicht zugänglich ist und der Berg sich komplett verändert und durch den Straßenbau und die Beleuchtung seine Attraktivität erstmal verliert: Ich habe in den letzten zehn Jahren oft erlebt, wie die Bergpflanzen sich nach einem Kahlschnitt innerhalb einer Vegetationsperiode wieder erholt haben.
Die Zäune müssen weg und es ist wichtig, daß wir auf dem RestKalkberg und dem kleinen Kalkberg etwas machen.

Icin herkese, Kalkberg für alle!

von Christiane Niesel

So unglaublich schwer, in dieser Welt gegen die Arschlöcher zu bestehen

Kommentar zur abgesagten Zwangsversteigerung der R12:

Die zerstrittenen Geschwister Siep haben also das Haus Roberstrasse 12, um das die Bewohner_innen wochenlang gekämpft haben, hinter deren Rücken an wen anderes verkauft und so die Zwangsversteigerung abgewendet.

Ich suche einen Grund. Einen einzigen Grund, warum sie es nicht der R12 verkauft haben, die alles vorbereitet hatten das Haus über das Mietshäusersyndikat zu kaufen, einen einzigen Grund, der nichts mit eklatanten charakterlichen Mängeln zu tun hat. Sie haben ja nicht mal versucht, mit den Bewohner_innen über einen Preis zu verhandeln.

Es ist widerwärtig. Sie sind noch im Verkauf des Hauses das, was sie vorher waren: Vermieter_innen, denen Haus und Bewohner_innen am Arsch vorbeigehen. Jahrelang haben sie es verfallen lassen, die Mieter_innen haben es selber repariert und die Bewohnbarkeit erhalten. Jetzt halten sie sie hin und verticken es dann mies hinterrücks an wen anderes. Dafür gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Das ist einfach nur widerwärtig. Eine Handlung, derer tausende jeden Tag diese Welt so unerträglich macht, eine Handlung, die eine daran zweifeln lässt, ob man dieser Menschheit eigentlich was anderes als die Pest an den Hals wünschen soll. Wenn freundliches Verhalten so einfach ist und ohne finanzielle Einbuße möglich wäre, und man hintergeht seine Mitmenschen dennoch und macht ihnen das Leben schwer, so wie Herr und Frau Siep das nun getan haben, dann bleibt die Erklärung nur noch im charakterlichen Vollversagen der beiden.
Möge das Geld aus dem Verkauf ihnen das Leben zur Hölle machen.

R12 bleibt – Kundgebung gegen Investorenbesichtigung

Am Montag, 17. März um 18h wollen sich die Investoren, die am 26. bei der Zwangsversteigerung mitbieten wollen, das Haus Roberstrasse 12 anschauen. Recht auf Stadt organisiert eine Kundgebung vor dem Haus. Die Bewohner_innen wünschen sich solidarische Unterstützung.

Montag 17.03, 17h, Roberstrasse, nähe KalkPost.

Randnotiz: laut Webseite von Recht auf Stadt ist die Zwangsräumung von Kalle im Agnesviertel mittlerweile auf Mitte April verschoben.

R 12 is here to stay

Kölner Stadtanzeiger von heute:

Hausgemeinschaft wehrt sich

Die Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Robertstraße 12 in Köln-Kalk sollen ausziehen. Ihr Zuhause soll zwangsversteigert werden. Jetzt wollen sie das Gebäude selbst kaufen und dem Kölner Immobilienmarkt dauerhaft entziehen.

Die Seite der Hausgemeinschaft: Roberstrasse12

nächstes BI Kalkberg-treffen

das nächste BI-Treffen findet am kommenden Dienstag, 11. März, um 18.30 in der Kulisse, Kalk-Mülheimer Str. 58, statt. Es geht im Wesentlichen um die Aufbereitung der Workshopergebnisse vom Februar für die Präsentation beim Grünflächenamt am 17. März.

Im Übrigen hat die Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung beim Ankauf des Kalkbergs durch die Stadt Köln wieder aufgenommen.

Kalkberg: Staatsanwaltschaft ignoriert geltendes Recht

PM der BI Kalkberg:

Nach dem „Verschwinden“ der Anzeige, monatelangem Warten und endlich einer Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft hat die Staatsanwaltschaft Köln mittlerweile auf die Strafanzeige gegen die Stadt Köln wegen des Verdachts der Veruntreuung im Zusammenhang mit dem Ankauf des Kalkbergs geantwortet. Wie nach all den Verzögerungen nicht anders zu erwarten war, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. In ihrer Begründung schließt sie sich den Argumenten der Stadt Köln für die elffache (!) Überbezahlung von Teilgrundstück C als Erstattung von Sanierungskosten an. Dem ist entschieden zu widersprechen, denn die Sanierung des Kalkbergs war eine Obliegenheit der GSE und die Stadt hat nicht das Recht, der GSE deren Aufwendungen zur Erfüllung ihrer Obliegenheiten zu erstatten. Die Rechtslage ist hier eindeutig!

Dass die Staatsanwaltschaft Köln den Kölner Klüngel manchmal nur sehr ungern stört, ist bekannt (und wunderbar veranschaulicht in dem Film „Milliardenmonopoly“ von Wellmann und Gritschneder). Da die Staatsanwaltschaft zugleich die erste und letzte Instanz ist, die der Bürger in solchen Dingen anrufen kann (da er selber nicht klageberechtigt ist), ist dieses Verhalten der Staatsanwaltschaft nicht nur grundfalsch, sondern es muss zu einem Aufschrei aller Menschen führen, die den Glauben an unseren Rechtsstaat noch nicht endgültig aufgegeben haben.

Zur Erinnerung: Der Name GSE steht für die Anfangsbuchstaben von Heinz Hermann Göttsch, SRheinEstate (eine 100%ige Tochter der Stadtsparkasse) und Engel Vermögensverwaltung. Die Verwicklungen der Stadtsparkasse in dubiose Kölner Grundstücks- und Immobliengeschäfte sind Legion (siehe Messe/ Oppenheim-Esch-Fonds etc.) und auch die GSE selber sowie der GSE-Anteilseigner Göttsch waren in der Vergangenheit mehrfach an dubiosen Kölner Grundstücks- und Immobiliengeschäften beteiligt (siehe unten stehende links). Für die GSE stellt der Ankauf des Kalkbergs durch die Stadt Köln einen geschäftlichen „Volltreffer“ dar, wäre sie auf dieser nicht bebaubaren und verseuchten Altlast doch sonst bis zum Sankt Nimmerleins-Tag sitzen geblieben. Vor diesem Hintergrund sind nicht nur der völlig überhöhte Kaufpreis, den die Stadt Köln für den Kalkberg gezahlt hat, zu hinterfragen, sondern auch, wie es überhaupt dazu kam, dass der inmitten von Wohngebieten gelegene Kalkberg von Anfang an der von der Stadt Köln favorisierte Standort für die Hubschrauberstation war.

Der Kalkberg, wie er mal war

Vorbereitungstreffen Kalkberg Symposium

Die Planungen für unseren Kalkberg-Workshop am 8. Februar sind beim letzten BI-Treffen konkreter geworden.
Das nächste BI-Treffen ist am Dienstag, 21. Januar um 19h in der Kulisse, Kalk-Mülheimer-Str. 58

BI Kalkberg: Vorbereitung des Kalkberg-Symposiums

Das Symposium/Workshop zu Vergangenheit und Zukunft des Kalkbergs als öffentlicher Ort am 8. Februar 2014 nimmt Gestalt an (schon mal vormerken!!). Zur weiteren Vorbereitung treffen wir uns am 7. Januar um 19h in der Kulisse, Kalk-Mülheimer Str. 58.

Günter ist tot

SOMOST nimmt Abschied von HANS GÜNTER KOSSACK.
Günter starb gestern mittag im Beisein einiger NaturfreundInnen aus Kalk.

Günter war vielfach engagiert im Naturfreundehaus, leitete die Selbsthilfegruppe für suchtkranke Menschen, war Mitbegründer der Lebensmittelausgabe und hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen. Sein Handy war immer an, man konnte ihn Tag und Nacht anrufen.
Institutionen, Bürokratie, Vereinsmeierei und Würdenträgerschaft waren ihm verhasst, es ging ihm immer darum konkret und effizient zu helfen. Er bewahrte sich eine argwöhnische Distanz zur Politik und hatte großen Spaß daran, Polizei, Kontrolleure und andere Autoritäten zu foppen – wobei ihm der Respekt vor dem menschlichen Individuum nie abhanden kam.

Mit seiner störrischen und manchmal launischen Art kamen nicht alle gut zurecht, manche Streits konnten bis zuletzt leider nicht gelöst werden.
Wir empfinden großen Respekt vor seinem sozialen Engagement. An sich selber hat Günter zu wenig gedacht. Viel zu spät erst ging er ins Krankenhaus: der Krebs war soweit fortgeschritten, dass keine Heilung mehr möglich war. Vielleicht hat er es aber genau so gewollt.
Günter wird uns in guter und widerspenstiger Erinnerung bleiben.

„Wahlmüdigkeit“: Den Fehler im System suchen

Prof. Butterwegge widerspricht im Stadtanzeiger dem allgemeinen Lamento über Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit.

„Wahlmüdigkeit“ ist jedoch genauso wie „Politikverdrossenheit“ ein vager und irreführender Begriff, der die Schuld den angeblich davon Befallenen zuweist, statt sie im Verantwortungsbereich des politischen Systems und seiner Reprsentanten zu suchen.

Was Ähnliches hatten wir letzte Woche hier anlässlich der unerträglichen und unpolitischen Stadtanzeiger-Kampagne für das Wählen auch geschrieben.
Hier den ganzen Artikel lesen:
Butterwegge erhebt Einspruch gegen Wahltamtam